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08.12.2015 - News

Weihnachtsfeier, Neujahrsempfang & Co: BMF nimmt Stellung zu lohn- und umsatzsteuerlichen Änderungen

Die lohnsteuerliche Behandlung von Zuwendungen an Arbeitnehmer in Form von Betriebsveranstaltungen erfuhr bereits zum 1. Januar 2015 eine Neuregelung wurde (§ 19 Abs. 1 Nr. 1a des EStG). Nun hat sich das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben auch zu den Auswirkungen auf die Umsatzsteuer geäußert.

Das Gros der lohnsteuerlichen Grundsätze ist auch für die Umsatzsteuer maßgeblich. Dies betrifft vornehmlich die Frage, ob eine Betriebsveranstaltung vorliegt und wie die Kosten zu berechnen sind, die auf den einzelnen Arbeitnehmer entfallen. Solange diese 110 Euro/brutto pro Arbeitnehmer und Veranstaltung nicht überschreiten, besteht zwischen der lohn- und umsatzsteuerlichen Behandlung kein Unterschied.

Während bei der Lohnsteuer von einem Freibetrag ausgegangen wird, handelt es sich bei der Umsatzsteuer um eine Freigrenze. So geht die Vorsteuererstattung komplett verloren, wenn die Kosten pro Arbeitnehmer und Veranstaltung 110 Euro überschreiten. Das betrifft nicht nur die Vorsteuer für den Betrag, der über der Grenze von 110 Euro liegt, auch die komplette Vorsteuer ist damit futsch.

In seinem Schreiben weicht das Bundesministerium der Finanzen (BMF) von seiner bisherigen Praxis ab, da es anstelle einer Freigrenze einen Freibetrag eingeführt hat. Das Ministerium regelt sowohl die lohnsteuerliche als auch die umsatzsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen. Zu beachten ist, dass bei Berechnung des Freibetrags die Zuwendungen zu gleichen Teilen auf die Anwesenden verteilt werden. Der Veranstalter / Arbeitgeber sollte also nicht nur bei der Planung einer Weihnachtsfeier darauf achten, dass der 110-Euro-Freibetrag nicht überschritten wird. So können steuerliche Nachteile bei Betriebsveranstaltungen erfolgreich vermieden werden.


» Zum Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen