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11.01.2016 - News

Berlin: Illegale Ferienwohnungen sollen wieder Wohnraum werden

In Berlin sollen rund 6.500 Wohnungen unberechtigt als Ferienwohnungen genutzt werden. Das soll sich nun in 2016 ändern. Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) will mithilfe spezieller Honorarkräfte diese Wohnungen finden und dem Wohnungsmarkt zugänglich zu machen. Das berichtete kürzlich die Berliner Zeitung.

Bereits seit 2014 gilt in der Bundeshauptstadt eine entsprechende Zweckentfremdungsverordnung, die im vergangenen September noch weiter verschärft wurde. Demnach muss die Nutzung als Ferienwohnung bis April 2016 bei den entsprechenden Ämtern beantragt werden. Unterbleibt des, entstehen Mietwohnungen, da eine Verlängerung der Nutzung als Ferienwohnung nicht mehr genehmigt würde, so Geisel.

Genaue Zahlen über die Anzahl der Ferienwohnungen in Berlin liegen nicht vor – Schätzungen gehen von rund 12.000 aus. Alle nicht gemeldeten Ferienwohnungen gelten als illegal. In der Berliner Zeitung zeigt sich der Stadtentwicklungssenator zuversichtlich, alle widerrechtlich umgewandelten Wohnungen ausfindig zu machen und diese dem regulären Mietmarkt zugänglich zu machen.

Die Zweckentfremdungsverordnung in Berlin gilt bereits seit Mai 2014. Ziel war es u.a. aktiv gegen Lärmbelästigungene vorzugehen, die eine Vielzahl von Ferienwohnungen in Wohngebieten mit sich bringen. Doch vor allem soll der angespannte Mietmarkt in zentralen Lagen Berlins für Mietwohnungen zur Verfügung stehen.

In Berlin dürfen Wohnungen erst nach ausdrücklicher Genehmigung der Bezirksämter als Ferienwohnungen angeboten werden. Aktuell hat auch Stuttgart ein Zweckentfremdungsverbot eingeführt. Seit 1. Januar 2016 dürfen Wohnungen und Häuser künftig nicht mehr ohne triftigen Grund dauerhaft leer stehen, als Ferienwohnungen vermietet oder als Büro genutzt werden.