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11.02.2016 - News

Verdunstungskühlanlagenverordnung - Relevanz für Verwalter

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat einen Referentenentwurf für eine Verordnung für Verdunstungskühlanlagen erarbeitet. Um schwerwiegende Legionelleninfektionen zu unterbinden, soll durch die Verordnung ein hygienisch einwandfreier Betrieb sichergestellt werden.

Legionellengefahr durch Verdunstungskühlanlagen

Allein bei zwei Legionellen-Ausbrüchen in Ulm/Neu-Ulm im Jahr 2010 und Warstein im Jahr 2013 gab es über 220 Erkrankte und 8 Todesfälle. Die Dunkelziffer könnte weit darüber liegen. Verdunstungskühlanlagen versprühen feine Wassertropfen in die Atmosphäre. Ist dieses Wasser mit Legionellen kontaminiert und gelangt in die Atemwege eines Betroffenen, kann dies zu teils schwerwiegenden Lungenentzündungen bis hin zum Tod führen.

Die neue Verdunstungskühlanlagenverordnung des BMUB soll sicherstellen, dass diese Anlagen hygienisch einwandfrei betrieben werden, um einem Ausbruch von Legionellen vorzubeugen. Dazu sollen gestufte Betriebskontrollen eingeführt werden, die bei Abweichungen zu intensivierten Kontrollen führen. Im Einzelfall können die Behörden als letzte Instanz den Betrieb vorübergehend einstellen.

Relevanz für Verwalter und Eigentümer

Die Verordnung bezieht sich auf Verdunstungskühlanlagen, darunter auch Kühltürme und Nassabscheider, die tröpfchenweise Wasserpartikel in die Atmosphäre emittieren. Verdunstungskühlanlagen können Kühltürme von Kraftwerken sein, sind aber auch in Bürogebäuden, Krankenhäusern o.Ä. verbaut. Von Anlagen in Bürogebäuden und Krankenhäusern geht eine erhöhte Gefahr aus, da Menschen unmittelbar in deren Umgebung potenziell kontaminierte Luft einatmen könnten. Eigentümer oder Hausverwalter, die ein Gebäude mit Verdunstungskühlanlage betreiben sollten auf den hygienischen Betrieb dieser Anlagen besonderen Wert legen.