DDIV Die Stimme
16.03.2015 - News

DDIV beim Zukunft Wohnen 2050: WEG und Verwalter stärker fördern

Anlässlich des Kolloquiums Zukunft Wohnen 2050, das der Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) am 10. März 2015 in Berlin organisierte, diskutierten Politik, Immobilienwirtschaft und Praxis aktuelle Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Die Verwalterwirtschaft wurde von DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler vertreten.

Ulrich Zink, Veranstalter und Vorstandsvorsitzender des BAKA, mahnte: „Bestandsgebäude müssen zukunftsfähig gemacht werden". Dies sei sowohl im Hinblick auf die Energieeffizienz als auch auf den demographischen Wandel relevant. Die Zahlen sprechen für sich: Bis 2030 werden acht Millionen Menschen in Deutschland über 80 Jahre alt sein. Dies sind doppelt so viele wie heute. 2,9 Millionen altersgerechte Wohnungen werden dafür benötigt, was einem Investitionsvolumen von umgerechnet 50 Mrd. EUR entspricht. Doch wer soll diese Investitionen erbringen?

Für Martin Kaßler, Geschäftsführer des DDIV, ist die Antwort klar: „Der Staat ist in der Verantwortung und nicht der Bürger". Dies gelte insbesondere für die energetische Modernisierung. Doch enormes Potenzial liegt brach, da die Politik die 1,8 Millionen Wohneigentümergemeinschaften (WEG) in Deutschland vernachlässigt. Die WEG vereinen neun Millionen Eigentumswohnungen, die vielen Einzeleigentümern gehören. Sie weisen eine Sanierungsrate von lediglich 0,6 Prozent vor. Dies liegt noch unter dem Bundesdurchschnitt von 0,9 Prozent – politisches Ziel sind zwei Prozent. Ein Umdenken müsse laut Kaßler bei der Politik stattfinden. Denn: Eigentümer investieren in erster Linie in ihren Wohnkomfort und nicht in Klimaschutz.

Überraschend ist darüber hinaus die Tatsache, dass hierzulande nicht nur Wohnungsmangel, sondern auch Wohnungsleerstand herrscht. 20- bis 35-Jährige wandern in die sogenannten urbanen Hotspots ab. Gleichzeitig fehlen diese in anderen, vornehmlich ländlichen Gebieten. 1,7 Millionen Wohnungen stehen derzeit in Deutschland leer.

„Bildung und Innovationen sind das Grundgerüst für das Bauen und Sanieren von morgen", betonte Ulrich Zink in seinem Schlusswort. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte, Experten und Energieberater werden die politischen Klimaschutzziele nicht erreicht. Aufgrund der positiven Resonanz, soll das Kolloquium „Zukunft Wohnen 2050" zu einer Veranstaltungsreihe ausgebaut werden. Der Dialog zwischen Politik, Immobilienwirtschaft und Praxis wird somit fortgesetzt, um gemeinsam Lösungswege für das zukünftige Wohnen zu entwickeln und aufzuzeigen.

Weitere Bilder


Im Dialog / Kolloquium Zukunft Wohnen


Referat v. DDIV-Geschäftsführer M. Kaßler


Podium / Kolloquium Zukunft Wohnen