DDIV Die Stimme
16.05.2019

10-jährige Gültigkeit: Erste Energieausweise laufen ab

Hat Ihre Immobilie einen gültigen Energieausweis? Diese Frage sollten Sie sich spätestens heute stellen. Denn die ersten Energieausweise wurden bereits 2008 ausgestellt. Da sie nur für 10 Jahre gültig sind, kann sofortiges Handeln gefragt sein und Ihr Energieausweis muss möglicherweise erneuert werden. Wer bei Vermietung oder Verkauf einer Immobilie keinen aktuellen Ausweis vorlegen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro geahndet werden kann.

Der Energieausweis gibt Auskunft über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Er soll helfen, den Energieverbrauch von Gebäuden zu vergleichen und eine Beurteilung der Gesamtenergieeffizienz einer Immobilie zu ermöglichen. Ähnlich der Energieeffizienzklassen von Haushaltsgeräten kann so ein Gebäude anhand seiner energetischen Voraussetzungen eingestuft und verglichen werden. Ausgenommen von der Energieausweispflicht sind kleine Gebäude unter 50m² Nutzfläche und Baudenkmäler.

Unterschieden wird zwischen zwei verschiedenen Energieausweisen

Ein Großteil der Eigentümer darf frei zwischen einem Verbrauchs- und einem Bedarfsausweis wählen. Nur bei Immobilien mit weniger als fünf Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die nicht den Festlegungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 (WSchV 77) entsprechen, ist der Bedarfsausweis Pflicht. Die geforderten Grenzwerte der WSchV 77 können durch nachträgliche energetische Sanierungen an der Außenhülle erreicht werden. Wenn das der Fall ist, kann auch ein verbrauchsbasierter Energieausweis erstellt werden.

Der Bedarfsausweis berücksichtigt die Bausubstanz sowie die Anlagetechnik, wohingegen sich der Verbrauchsausweis am tatsächlichen Verbrauch der Nutzer in den letzten drei Jahren orientiert. Empfohlen beim Verkaufen oder Vermieten wird in der Regel der Verbrauchsausweis, da er einen ausreichenden Vergleichswert liefert und darüber hinaus auch kostengünstiger ist. Beim Aufdecken von energetischen Schwachstellen, beispielsweise vor einer umfangreichen Sanierung, ist der Bedarfsausweis sinnvoller. 

Gestaltung steigert Transparenz

Am 01.05.2014 wurde die EnEV überarbeitet und mit ihr auch die Gestaltung der Energieausweise. Bei der Erneuerung sind daher neue Regelungen zu beachten. So reicht der farbige Bandtacho (grün bis rot) nur noch bis 250 kWh/m² und nicht mehr wie bisher bis 400 kWh/m². Das führt zu einer strengeren Bewertung. So können beispielsweise Immobilien, die nach der alten EnEV noch im grünen Bereich waren, durch die neue Verordnung in den gelben Bereich abfallen.

Außerdem wurde zusätzlich zum Bandtacho noch ein weiteres Element eingeführt, um die Effizienz einer Immobilie zu bestimmen: Die Energieeffizienzklasse. Die Klassifizierung, wie sie Käufer und Mieter schon vom Kauf von Haushaltsgeräten kennen, ordnet Gebäude einer Skala von A+ bis H zu und soll die Transparenz weiter steigern.

Wer stellt den Energieausweis aus?

Den verbrauchsorientierten Energieausweis stellen Messdienstleister wie die KALORIMETA GmbH (KALO) aus. Dazu werden die bekannten Verbrauchsdaten der Heizkostenabrechnung der letzten drei Jahre herangezogen. Auf Wunsch kann der Energieausweis auch für Liegenschaften erstellt werden, für die KALO die Heizkostenabrechnung nicht erstellt. Der Ausweis kann schnell und einfach online beauftragt werden: https://www.kalo.de/leistungen/energieausweis.html

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