DDIV Die Stimme
27.04.2015 - News

Wohnungsneubau: Staat als Kostentreiber in der Kritik

Die Kosten für den Wohnungsneubau sind zu hoch, das hat aktuell eine Studie des Verbändesbündnisses Wohnungsbau ergeben. Demnach ist der durchschnittliche Preis für einen Quadratmeter Wohnung in den vergangen 15 Jahren um rund 40 Prozent auf 3080 Euro gestiegen. Bezahlbare Mieten würden mit solchen Baukosten nahezu unmöglich, kritisiert das Bündnis. Doch nicht die gestiegenen Baukosten hätten dies verursacht. Vielmehr sehen die Macher der Studie hier den Staat mit der Vielzahl an Gesetzen, Verordnungen und Auflagen als Verursacher der Verteuerung.

Detailliert geht die Untersuchung des Verbändeforums dabei auf Kostenverursacher ein. Anhand eines Mustermehrfamilienhauses rechnen sie diese auf: So sind es beispielsweise zusätzliche Bau- und Planungskosten, die aufgrund der aktuellen Vorschriften zur Energieeffizienz, zur Barrierefreiheit oder zu Brand- und Schallschutz entstehen. Zusammen mit steuerlichen wie baurechtlichen Vorgaben, den Baulandkosten und den individuellen Auflagen der Kommunen führen diese zu einer enormen Erhöhung der Baukosten. Das Verbändebündnis fordert daher die Bundesregierung auf, die derzeitigen Normen und Standards zu überprüfen, um das Wohnen auch für Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen wieder erschwinglich zu machen.

Der DDIV als Spitzenverband der deutschen Verwalterwirtschaft schließt sich dieser Forderung an und spricht sich zudem für ein praxistaugliches Anreizsystem aus. So müssen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten erhöht und Sonderabschreibungen möglich gemacht werden. Zudem kritisiert der DDIV den aktuellen Trend, allgemeine Investitionen in den Kommunen über die Erhöhung der Grunderwerbsteuer gegenzufinanzieren. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums muss wieder zur Investition mit Zukunft werden – die kostengünstige Abgabe öffentlichen Baulandes sowie die Abschaffung der derzeitigen Überregulierung würde die Schaffung günstigen Wohnraums nachhaltig unterstützen.

Zum Verbändebündnis Wohnungsbau gehören: Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) .