DDIV Die Stimme
18.05.2015 - News

Parlamentarischer Staatssekretär Pronold für Steueranreize

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium Florian Pronold hat sich aktuell für die steuerliche Förderung von preisgünstigem Wohnraum ausgesprochen. In einer Veranstaltung des Handelsblattes deutete er eine Einigung der Koalition zu diesem Thema bis Herbst an. Ziel sei es, ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Ohne steuerliche Anreize könne dies nicht in ausreichendem Maße erreicht werden. Im Gegensatz dazu schloss er aber steuerliche Fördeurngen für energetische Sanierungsmaßnahmen aus.

Florian Pronold führte die bundesweit sinkende Anzahl der Sozialwohnungen an. In den vergangenen zwölf Jahren reduzierte sich diese von 2,4 Millionen auf knappe 1,2 Millionen. Das zweitbevölkerungsreichste Bundesland, Bayern, schaffte im Jahr 2014 lediglich auf 1.207 Sozialwohnungen. Aus Sicht des Parlamentarischen Staatssekretärs sind Förderprogramme, wie beispielsweise die der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hilfreich, steuerliche Anreize seien aber viel wirkungsvoller. Denn durch diese würden die Wohnungen geschaffen, die von der breiten Masse auch bezahlt werden können. Ob und wie sich die Bundesregierung auf ein solch steuerliches Förderprogramm einigt, ist indes noch offen.

In diesem Zusammenhang verweist der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) auf eine aktuelle Studie, die den Staat als Kostentreiber im Wohnungsneubau identifiziert hat. So sind es beispielsweise zusätzliche Bau- und Planungskosten, die aufgrund der aktuellen Vorschriften zur Energieeffizienz, zur Barrierefreiheit oder zu Brand- und Schallschutz entstehen maßgeblich für hohe Baukosten. Zusammen mit steuerlichen wie baurechtlichen Vorgaben, den Baulandkosten und den individuellen Auflagen der Kommunen führen diese zu einer enormen Erhöhung der Baukosten. Diese sind in den vergangenen 15 Jahren um rund 40 Prozent gestiegen. Die Macher der Studie, das Verbändebündnis Wohnungsbau, fordern die Bundesregierung auf, die derzeitigen Normen und Standards zu überprüfen, um das Wohnen auch für Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen wieder erschwinglich zu machen.

Der DDIV als Spitzenverband der deutschen Verwalterwirtschaft sieht dies ebenso und spricht sich zudem für ein praxistaugliches Anreizsystem aus. So müssen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten erhöht und Sonderabschreibungen möglich gemacht werden. Zudem kritisiert der DDIV den aktuellen Trend, allgemeine Investitionen in den Kommunen über die Erhöhung der Grunderwerbsteuer gegenzufinanzieren. Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums muss wieder zur Investition mit Zukunft werden – die kostengünstige Abgabe öffentlichen Baulandes sowie die Abschaffung der derzeitigen Überregulierung würde eine Maßnahme sein, um günstigen Wohnraum zu schaffen.