DDIV Die Stimme
10.06.2015 - News

Rund die Hälfte der Vermieter legt Energieausweis nicht vor

Der Energieausweis ist in der Immobilienbranche gut bekannt. Es bestünde demnach kein Anlass zur Annahme, dass die in der EnEV 2014 geregelte Pflicht zur Vorlage von Energieausweisen nicht nachgekommen werde, heißt es bei der Bundesregierung. Die hatte in einer Kleinen Anfrage (Drucksache 18/4826) der Fraktion Bündnis90/Die Grünen Stellung zum Thema genommen. Der Mieterbund kann dem nicht zustimmen. Laut einer Stichprobe der Mietervereine Berlin, München, Hannover und Stuttgart hatten 75 Prozent der Makler und Verwalter den obligatorischen Nachweis nicht  parat.

Nach der EnEV 2014 ist es für den Vermieter oder vom Vermieter mit der Wohnungsvermittlung Beauftragte Pflicht, den Energieausweis spätestens bei Besichtigung vorzulegen. Kopie oder Original muss dem Käufer oder Mieter unverzüglich nach Vertragsschluss übergeben werden. Immobilieninteressenten können so direkt erkennen, wie es beispielsweise um die Heizungsanlage oder die Dämmung der Wunschimmobilie bestellt ist.

Die Stichprobe der Mietervereine Berlin, München, Hannover und Stuttgart aber zeigt, wie schwierig die Regelung in der Praxis offenbar umzusetzen ist. Nur rund ein Drittel der Vermieter legten bei Wohnungsbesichtigungen unaufgefordert den Energieausweis vor. Ein Viertel kam dem erst nach Aufforderung nach. Die Hälfte erbrachte selbst dann keinen Nachweis. Der DDIV als Spitzenverband professioneller Haus- Immobilienverwalter hat seine Mitglieder bereits frühzeitig über die EnEV 2014 und die damit verbundene Pflicht zur Vorlage des Energieausweises informiert und über mögliche Sanktionen in Kenntnis gesetzt. Seit Mai 2015 droht bei Zuwiderhandlung sogar ein Bußgeld bis zu 15.000 Euro.