DDIV Die Stimme
14.07.2015 - News

Gefragt: Hausmeister Krause im Interview

DDIVnewsletter-Redaktion: Herr Krause, Sie kennen die Immobilienbranche wie kaum ein anderer. Seit 30 Jahren sind Sie an Ihrer Basis tätig und haben sich mit Ihren aufmerksamen und präzisen Beobachtungen einen Namen gemacht. Doch erst in diesem Jahr kommen Sie zum Deutschen Verwaltertag nach Berlin. Warum erst jetzt?

Hausmeister Krause: Mein Haus und meine Siedlung fordern mich unentwegt. Hausmeister ist kein Beruf, dat is Berufung. Tag und Nacht muss ich diese renitente Bande von Haus-Bewohnern in Schach halten. Von der Außen-Bedrohung durch kriminelle Elemente (ich sach nur, die Muränen) will ich gar nicht reden. Man hat mir widergesetzlich das Errichten eines Starkstrom-Schutz-Zaunes untersagt – ein Skandal sondersgleichen. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

DDIVnewsletter-Redaktion: Ihr Motto ist „Ordnung muss sein". Wie ordentlich sollte es Ihrer Meinung nach denn in Hauseingang oder Treppenhaus sein?

Hausmeister Krause: Hier gilt das Spiegelprinzip. Wo ich mich nicht einwandfrei und deutlich in einem Spiegelbild wiedererkenne, ist eindeutig Väterchen Schlunz am Werk.

DDIVnewsletter-Redaktion: Was zeichnet Ihrer Meinung nach eigentlich einen guten – und damit meinen wir einen mindestens genauso gewissenhaften Hausmeister wie Sie – aus?

Hausmeister Krause: Nichts, aber absolut nichts darf an ihm vorbei gehen. Der Hausmeister ist Meister des Hauses. De Verwaltung is de Legislative, de Hausmeister unerbittliche Exekutive... quasi de absolute Hausgewalt.

DDIVnewsletter-Redaktion: Haben Sie einen Tipp für uns, was man gegen Bewohner macht, die notorisch und böswillig gegen die Hausordnung verstoßen?

Hausmeister Krause: Ab in de Heizungskeller und de Türe von außen abgeschlossen. Nach 3-4 Tagen is der Widerstand meistens gebrochen.

DDIVnewsletter-Redaktion: Mal ganz ehrlich: Sollten Hausmeister einen eigenen Ansprechpartner oder eine eigene Rufnummer bei der Polizei bekommen, damit solche dringenden Angelegenheiten nicht untergehen?

Hausmeister Krause: Sicher, sicher: Et rote Telefon fordere ich seit Jahrzehnten.

DDIVnewsletter-Redaktion: Endlich werden Mindestanforderungen für Verwalter eingeführt. Was braucht Ihrer Meinung nach die Hausmeisterbranche? Wie stehen Sie beispielsweise zu einheitlicher Berufskleidung? Sie haben es ja vorgemacht....

Hausmeister Krause: Der Hausmeister hat die Hausgewalt wie der Staat die Staatsgewalt. Um das die Bewohner sofort erkennen zu lassen und damit zu bewirken, dass sie sich dieser Gewalt unterwerfen, ist eine Hausmeister-Uniform zweckdienlich.

DDIVnewsletter-Redaktion: Welche weiteren Tipps können Sie Ihren Kollegen aus der Verwalterwirtschaft mit auf den Weg geben? Was wollten Sie dem Verwalter schon immer einmal sagen?

Hausmeister Krause: Nie vergessen: SIE können sich viel ausdenken in ihren Büros. Doch wir Hausmeister stehen an der Front. In einem langen, schmutzigen und erbarmungslosen Krieg. Ich sach nur Übertretung der Mittagsruhe... da muss ich Türen brechen, um Musikanlagen sicher zu stellen. Widerspenstige Mieter in Schutzhaft nehmen... regelmäßige Drogenkontrollen habe ich durchzuführen... et Marihuna wandert doch fröhlich von einem Stock zum andern... und und und... Sie machen sich doch keine Vorstellung. ... Haach.

DDIVnewsletter-Redaktion: Vielen Dank für das angenehme Gespräch, Herr Krause!

Hausmeister Krause: Sicher, sicher...