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12.08.2015 - News

Privates Haushaltsvermögen konstant – Immobilienanteil sinkt

Das Forschungsinstitut Empirica und LBS Research haben eine neuen Studie zur Vermögenssituation der Deutschen vorgelegt. Nach Analyse der Daten aus der Einkommens- und Verbraucherstichprobe des Statistischen Landesamtes kommen die Experten zu folgenden Ergebnissen:

Haushaltsvermögen der Deutschen bleibt stabil

Der Auswertung zufolge verfügt der durchschnittliche private Haushalt in den alten Bundesländern über ein Gesamtvermögen von 170.000 Euro. Berücksichtigt man die durchschnittliche Verschuldung von 31.000 Euro, die überwiegend auf Immobilienkredite zurückzuführen ist, bleibt ein Nettovermögen von 139.000 Euro. Laut der Studie verfügen die deutschen Haushalte damit um das exakt gleiche Vermögen wie 2008 und um rund 5.000 Euro weniger als noch vor 10 Jahren.

Auch in den neuen Bundesländern hat sich das Haushaltsvermögen privater Eigentümer kaum verändert. Noch immer ist dieses um die Hälfte niedriger als im Westen. Das ermittelte Nettovermögen liegt bei 60.000 Euro – 3.000 Euro mehr als 2008 und 1.000 Euro weniger als noch vor 10 Jahren.

Anteil der Immobilien am Haushaltsvermögen ist rückläufig

Die Untersuchung ergab zudem, dass das Immobilienvermögen weiterhin den größten Anteil am Gesamtvermögen ausmacht – auch wenn dieser im Vergleich zu 1993 rückläufig ist. Aktuell sind 66 % des durchschnittlichen Haushaltsvermögens im Westen (55 % im Osten) in Immobilien angelegt. 1993 lag der Anteil noch bei 70 % in den alten und 60 % in den neuen Bundesländern – ein Rückgang um rund 5 %.

Die Gründe für die Stagnation der Vermögenswerte im vergangenen Jahrzehnt, liegen Experten zufolge unter anderem an den niedrigen Immobilienpreisen bis 2008 und am sinkenden Geldvermögen in den vergangenen Jahren. Niedrige Kapitalmarktzinsen verhindern Sparanreize und verleiten zum Konsum. Darüber hinaus werden sie womöglich auch für künftige Immobilienerwerber problematisch, weil Immobilien als Kapitalanlage stärker nachgefragt werden und somit die Preise steigen. Eine jahrelang zu geringe Neubautätigkeit verstärkt diesen Effekt zusätzlich.