DDIV Die Stimme
06.08.2015 - News

80 % der Deutschen glauben nicht an klimaneutralen Gebäudebestand

79 % der Bundesbürger halten das politische Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 unter den gegebenen Bedingungen für nicht erreichbar. Das ergab eine vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Umfrage unter 1.000 Haushalten.

Bei der Umfrage wurde die persönliche Bereitschaft zur Mitwirkung an der Energiewende untersucht. 33 Prozent der Befragten erklärten, dass sie zu keinerlei Mehrkosten für Heizung, Strom oder Mieten bereit seien. Nicht einmal jeder Fünfte möchte höhere Preise für Heizenergie und Strom in Kauf nehmen. Allerdings würde rund die Hälfte der Bevölkerung (56 Prozent) Mehrkosten für den Einbau energiesparender Technik akzeptieren. Jeder zweite Bundesbürger ist demnach also bereit, einen persönlichen Beitrag für das Gelingen der Energiewende zu leisten.  

Bürger für gerechte Kostenverteilung

Gefragt wurde auch danach, wer die Kosten der energetischen Modernisierung eines Gebäudes übernehmen sollte. Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) sprach sich für einen Drittelmix zwischen Staat, Mieter und Vermieter aus. Ausschließlich den Staat sehen am häufigsten die 18-bis-29-jährigen in  der Pflicht (26 %). Die Verantwortung einzig beim Vermieter sehen rund ein Viertel der Befragten. Den Mieter, der z.B. von geringeren Nebenkosten profitiert, sehen nur 5 Prozent in der alleinigen Pflicht.

ZIA fordert Anreize statt Regulierung

Die Umfrage verdeutlicht, dass ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050 unter den gegebenen Umständen kaum realistisch erscheint. Die ZIA warnte die Politik davor, Mieter und Vermieter zu überfordern. Immerhin sei die Bereitschaft vorhanden, einen Beitrag zu diesen Klimazielen zu leisten. Diese Motivation in der Bevölkerung sollte durch gezielte und gerechte steuerliche Anreize sowie attraktive staatliche Förderprogramme unterstützt werden.