DDIV Die Stimme
13.08.2015 - News

Studentisches Wohnen: Bundesregierung fördert, Berlin baut

Bundesbauministerium fördert studentisches Wohnen mit 120 Mio. Euro

Das Bundesbauministerium hat angekündigt, den Bau zusätzlicher Studierendenwohnungen mit mehr als 120 Millionen Euro unterstützen zu wollen. Die zusätzlichen Mittel aus dem Investitionspaket der Bundesregierung fließen in nachhaltige und innovative Wohnprojekte für Studierende.

Die Vorgaben sehen vor, flexible Wohnmodule zu schaffen, die sich leicht zu Gebäuden errichten lassen. Ein Modul besteht aus einem Hauptraum mit mindestens 14 Quadratmetern, zusätzlich gibt es ein Bad, eine Küchenzeile, einen Flur. Diese Wohneinheiten sollen sich dann auch zu größeren Wohnungen und Wohngemeinschaften zusammensetzen lassen. Auch Gemeinschaftsräume sind vorgesehen. Die Förderrichtlinie, die aktuell im Ministerium erarbeitet wird, sieht vor, dass die monatliche Warmmiete 260 Euro nicht übersteigen darf und für mehrere Jahre konstant bleibt.

Die ersten Wohnungen dieser Art sollen bis spätestens Ende 2018 fertiggestellt werden. Die Förderrichtlinie wird im Herbst 2015 veröffentlicht und ist dann über das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung abrufbar. Investoren können dann einen Zuschuss von bis zu 30% der Investitionskosten, maximal jedoch 500 Euro pro Quadratmeter beantragen.

Berlin kündigt Schaffung von 5.000 neuen Studentenwohnungen an

Auch Berlin wird aktiv: Was der ehemalige regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit 2013 versprochen hat, wird nun in die Tat umgesetzt: In den kommenden fünf Jahren sollen insgesamt 5.000 Studentenwohnungen in der Hauptstadt entstehen. Das hat kürzlich Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) gegenüber der Deutschen Presseagentur mitgeteilt.

Landeseigene Wohnungsbauunternehmen übernehmen Bau

Demnach sollen die sechs kommunalen Wohnungsbauunternehmen und die landeseigene Immobiliengesellschaft Berlinovo den Bau der entsprechenden Apartments übernehmen. Geeignete Flächen will das Land Berlin im Gegenzug zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Verteilt über das gesamte Stadtgebiet sollen die Grundstücke eine gute Verkehrsanbindung haben. Ursprünglich sollte das Studentenwerk die Wohnungen errichten. Effizienter sei aber der Bau durch die landeseigenen Wohnungsbauunternehmen.

Insgesamt seien mindestens neue 5.000 Wohnplätze fest zugesagt, so Finanzsenator Kollatz-Ahnen. Neben einzelnen Apartments in den Bezirken Mitte, Marzahn-Hellersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Pankow, Lichtenberg, Treptow-Köpenick, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf sind auch Gemeinschaftswohnungen geplant. Zudem sollen ab 2018 rund 500 Wohnungen auf dem stillgelegten Flughafengelände Tegel entstehen.

300 Euro Miete pro Apartment

Für die Einzelapartments und Zimmer in den Gemeinschaftswohnungen ist eine monatliche Miete von rund 300 Euro vorgesehen. Das ist günstig im Vergleich zu den meisten Angeboten privater Anbieter, die sich vornehmlich im höherpreisigen Segment bewegen: Studentisches Wohnen beginnt hier laut einer aktuellen Erhebung des Analysehauses Savills bei 450 Euro.

In Berlin leben rund 160.000 Studierende. Derzeit kann das Studentenwerk mit circa 9.500 Wohnungen nur einen Bruchteil der Studenten versorgen. Bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind zudem weitere 12.500 Studenten untergekommen. Ein Großteil der Studenten wohnt demnach in Wohnungen privater Eigentümer oder Wohnungsunternehmen.