DDIV Die Stimme
20.08.2015 - News

Zahl der Baugenehmigungen steigt weiter

Auch in der ersten Hälfte des Jahres wurden in Deutschland wieder mehr Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen um 2,6 Prozent. Insgesamt wurde der Bau von  rund 140.400 neuen Wohnungen gebilligt,  3.600 Wohnungen mehr als von Januar bis Juni  2014.

Der Großteil der Genehmigungen entfiel auf Neubauten (122.887 Wohnungen). Hier lag der  Anstieg bei 2,0 Prozent. Das größte Wachstum wurde mit 5,3 Prozent bei Mehrfamilienhäusern verzeichnet. Deutliche Steigerungen gab es auch bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Die Zahl der genehmigten Umbauten legte um 10,9 Prozent zu.

Die Anzahl genehmigter Eigentumswohnungen dagegen ging im Berechnungszeitraum um 5,8 Prozent zurück, wobei dies nach Auffassung des DDIV kein Grund zur Sorge ist: Immerhin erreichten die Zahl neu errichteter Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr ein Rekordwachstum vom 26 Prozent. Der Anteil der im ersten Halbjahr gebilligten Eigentumswohnungen liegt bei über 25 Prozent. Eine große Nachfrage nach Wohnungseigentum besteht folglich weiterhin.

Wohnungswirtschaft sieht Abkühlung und mahnt stärkere Investitionen

Einige Verbände der Wohnungswirtschaft stehen den Ergebnissen skeptisch gegenüber. Der GdW spricht von einer sich abkühlenden Dynamik und mahnt an, dass noch nicht ausreichend Wohnraum geschaffen werde. Es sei erforderlich, in den nächsten zehn Jahren je 320.000 neue Wohnungen zu bauen, damit das Wohnen in den Städten bezahlbar bleiben kann. Im letzten Jahr wurden allerdings nur rund 220.000 Wohnungen neu gebaut.

Damit einher geht auch die Beobachtung zunehmend steigender Baukosten. Neben verbesserten steuerlichen Voraussetzungen und mehr preisgebundenen Wohnungen schlägt der GdW auch ein Sonderprogramm für Regionen vor, die besonders von Zuwanderung betroffen sind. Weil Flüchtlinge und Zuwanderer die sowieso schon angespannte Lage am Wohnungsmarkt weiter verschärfen, seien dort Sonderinvestitionen nötig. Gefordert wird ein Investitionspaket für die kommenden fünf Jahre von 300 Millionen Euro jährlich, um 100.000 zusätzliche Wohnungen zu erreichten.