DDIV Die Stimme
19.10.2015 - News

Symposiumsreihe "Energetische Sanierung durch WEG" zu Gast in Hamburg

Zusammen mit der KfW und dem VDIV Schleswig-Holstein/Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern lud der DDIV am 15. Oktober zum Fachsymposium nach Hamburg. Die Teilnehmer diskutierten angeregt über die Möglichkeiten und Stolpersteine bei der energetischen Sanierung durch WEG. Das Fazit des Tages: Es gibt noch viel zu tun. Für Immobilienverwalter, Eigentümer, Politik und Fördermittelgeber gleichermaßen.

In seiner Begrüßung hob Dr. Burkard Touché, Abteilungsdirektor der KfW hervor, hervor, welche Bedeutung die WEG-Sanierungen für die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung hat und welche Rolle die KfW bei der Gebäudesanierung spielt. Die Vortragsreihe eröffnete Manuel Sudau vom Forschungsinstitut InWIS, der die Chancen für Wohnungseigentümer im Rahmen einer energetischen Quartiersentwicklung vorstellte. Die Möglichkeiten der Entwicklung und Umsetzung maßgeschneiderter Sanierungsstrategien anhand von Quartieren als Handlungsebene demonstrierte er am Beispiel des Ruhrgebietes. Trotz eines gesteigerten Interesses an Energieeffizienzmaßnahmen der Wohnungseigentümer und einer höhere Bereitschaft zur Kostenaufwendung ist der Nachholbedarf bei der Umsetzung enorm.

Spezielle Fördermöglichkeiten für WEG stellte Manuela Mohr, Referentin Vertrieb bei der KfW, vor. Sie zeigte die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Programme im Rahmen der energetischen Sanierung und des altersgerechten Umbaus speziell für WEG auf und gab umfangreiche Informationen zu Antragsbedingungen und Förderumfängen.

Über eine weitere Förderfinanzierungslösung für Sanierungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum informierte Manfred Morwinski von der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Mithilfe dieses Programms können, anders als bei üblichen Finanzierungsmöglichkeiten, auch Kleinstkrediten ab 5.000 Euro vergeben werden. Zudem trage das reduzierte Antragsverfahren, welches durch den Verwalter koordiniert wird, zu einem schnelleren Beginn der Modernisierungsmaßnahmen bei.

Astrid Schultheis von der Focus Immobilienverwaltung forderte die Einführung verbindlicher Richtlinien für WEG-Rücklagen und die Vereinfachung von Finanzierungsmöglichkeiten für WEG. Ihr Bericht aus der Praxis gab den Anwesenden hilfreiche Tipps, zeigte aber auch Lücken und Hindernisse im System auf. Vor allem die Schwierigkeiten bei der Beantragung von WEG-Darlehen und oftmals zu geringe Instandhaltungsrücklagen sind eine Herausforderung. Nur ein professioneller Verwalter mit einem langen Atem kann die erforderlichen Maßnahmen und Prozesse in WEG initiieren und begleiten. Grundlage dafür ist neben einer effektiveren Verwalterausbildung auch die Einführung von Mindestqualifikationen und Versicherungsstandards.

Franziska Löhr von der MVV, eines der führenden Energiedienstleister und Unterstützer der Veranstaltungsreihe von DDIV und KfW, informierte über Energieeffizienz in der dezentralen Energiewelt und zeigte den Immobilienverwaltern auf, welche konkrete Handlungsoptionen bestehen.

Die Vortragsreihe beendete RA Wolfgang Mattern, Geschäftsführender Vorstand des VDIV Schleswig-Holstein/Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, mit dem Thema „rechtssichere Beschlüsse rund um die energetische Sanierung". Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigte er den Teilnehmern die Erfordernisse des Verwalters bei der Vorbereitung und Durchführung von Modernisierungsmaßnahmen auf und informierte über die Instandhaltungs- und Schadensersatzpflichten der Wohnungseigentümer. Anhand zahlreicher Gerichtsurteile wies er auch auf die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von modernisierender Instandsetzung und Modernisierung hin.

Alles in allem war das Fachsymposium eine gelungene Veranstaltung mit einem regen Austausch der Teilnehmer und Referenten zu den unterschiedlichsten Aspekten der energetischen Sanierung in WEG. Schon jetzt steht fest: Auch in 2016 wird die bundesweite Veranstaltungsreihe weitergeführt.