DDIV Die Stimme
09.11.2015 - News

Gesetzgebungsverfahren „Berufszugangsregelung“ ins Stocken geraten

Bereits seit längerem unternimmt der DDIV als Spitzenorganisation der deutschen Verwalterwirtschaft Anstrengungen, um Mindestanforderungen für die Tätigkeit des Immobilienverwalters zu erreichen. Mit einem Referentenentwurf wurde dieser Einsatz belohnt. Nun allerding scheint sich das Verfahren weiter zu verzögern; ein Kabinettsbeschluss in 2015 wird ausgeschlossen. Der DDIV hat reagiert und Bundesminister Sigmar Gabriel, um einen konkreten Zeitplan zur weiteren Umsetzung gebeten. Offenbar geht die weitere Verzögerung auf die Prüfung zahlreicher Stellungnahmen zurück. Auch sollen aktuelle Erhebungen der Europäischen Kommission zu reglementierten Berufen abgewartet werden, um diese Erkenntnisse gegebenenfalls im nationalen Verfahren aufzunehmen. Der DDIV hält die angeführten Ursachen des Aufschubs für wenig stichhaltig und äußert sich besorgt über die weitere Verschleppung des Verfahrens.

Der DDIV weist in seinem Schreiben erneut darauf hin, dass ein Gelingen der Energiewende ebenso wie der Schutz des Verbrauchers - ganz gleich ob Mieter oder Eigentümer - maßgeblich mit der Qualifikation des Verwalters verknüpft ist. Zudem wird die Bedeutung von Wohnungseigentum für die Altersvorsorge betont. Mit derzeit rund 9 Millionen Eigentumswohnungen und weiteren 9 Millionen privat vermietete Einheiten liegen Milliardenwerte in den Händen der treuhänderisch tätigen Immobilienverwalter. Dennoch fehlt es immer noch an einem ausreichenden Verbraucherschutz in Form von Mindestanforderungen für diese anspruchsvolle Tätigkeit.

In seinem Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister fordert der DDIV die Bundesregierung dringend dazu auf, die getätigten Aussagen im  Koalitionsvertrags im Hinblick auf den Verwalter konsequent umzusetzen und dabei die Anregungen der Praxis zu berücksichtigen. Eine weitere Verzögerung sei nach Einschätzung des DDIV weder der bundesdeutschen Verwalterwirtschaft noch dem Verbraucher glaubwürdig zu vermitteln.