DDIV Die Stimme
25.11.2015 - News

Immobilienwirtschaft kämpft mit Nachwuchsproblem – DDIV Aussagen bestätigt

Gibt es in der Immobilienwirtschaft tatsächlich ein Nachwuchsproblem oder wird nur viel darüber geredet? Das zu erforschen war Ziel der Umfrage des Beratungsunternehmens Consulting Cum Laude in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin „Immobilienwirtschaft". In der Auswertung kamen die Experten zu einem ähnlichen Ergebnis wie das DDIV-Branchenbarometer im März dieses Jahres: Es gibt tatsächlich große Nachwuchssorgen innerhalb der Immobilienwirtschaft.

85 % sehen Nachwuchskräftemangel, über 90 % halten offene Stellen vor

85 Prozent der 165 teilgenommenen Immobilienunternehmen stimmten der Aussage ganz oder teilweise zu, dass die Branche unter einem Nachwuchskräftemangel leidet. Im 3. DDIV-Branchenbarometers sahen Anfang 2015 bereits knapp 80 Prozent der befragten Immobilienverwaltungen Schwierigkeiten, künftig qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

In der neuen Untersuchung berichteten knapp 50 Prozent der Umfrageteilnehmer über Probleme, Stellen für Einsteiger und Nachwuchskräfte zu besetzen. Jedes vierte Unternehmen hatte zudem Schwierigkeiten, geeignete Bewerberinnen und Bewerber dafür zu finden. Dass dies wirtschaftliche Folgen für die Unternehmen hat, liegt auf der Hand: 20 Prozent der Befragten sehen künftig das Unternehmenswachstum in Gefahr, 18 Prozent befürchten eine Überalterung der Belegschaft und 15 Prozent erwarten in der Folge eine geringere Innovationskraft. Derzeit seien die Auswirkungen jedoch noch nicht dramatisch, allerdings besteht dringender Handlungsbedarf. Immerhin verfügen 93 Prozent der befragten Firmen über offene Stellen für Nachwuchskräfte.

Nachwuchskräftemangel regional unterschiedlich
Die Umfrage ergab zudem, dass die Nachwuchssorgen regional unterschiedlich stark ausgeprägt sind: während im Bundesdurchschnitt 45 Prozent, bzw. 36 Prozent der befragten Unternehmen ganz oder teilweise einen Nachwuchskräftemangel sehen, schätzen Unternehmen aus dem Westen des Landes die Situation deutlich schlechter ein: In Baden-Württemberg stimmten 73 Prozent der befragten Firmen der Frage zu, in Nordrhein-Westfalen 50 Prozent. Hingegen sehen Nachwuchsprobleme nur 29 Prozent der befragten Unternehmen in Bayern, 33 Prozent in Sachsen und 36 Prozent in Berlin.

Gründe für den Nachwuchsmangel
Die Gründe für die Nichtbesetzung der offenen Stellen sind vielfältig: Während die Experten die z. T. konservative Unternehmenskultur einiger Unternehmen anführen – etwa bei Arbeitszeiten oder „Work-Life-Balance" – kann auch der Standortfaktor eine Rolle spielen. Immerhin ist die örtliche Lage den 17- bis 32-Jährigen sehr wichtig. Damit bekommen vor allem Firmen an unattraktiven Standorten zunehmend Probleme, qualifizierte Bewerber für sich zu gewinnen.

Ferner ist die Personalbeschaffung vieler Immobilienunternehmen eher konservativ ausgerichtet: als Anreize bieten sie beispielsweise Fort- und Weiterbildungen (16 Prozent) sowie flexiblere Arbeitsorganisation (15 Prozent) und eine bessere Vergütung (10 Prozent). Employer Branding (4 Prozent), auf Personalbeschaffung ausgerichtetes Marketing oder Sponsoring (4 Prozent) sowie Social und Digital Marketing Aktivitäten (5 Prozent) kommen nur selten zum Einsatz.

Auch die Ansprache potentieller Mitarbeiter läuft zumeist über klassische Wege: 28 Prozent der Unternehmen akquirieren Nachwuchskräfte über Onlineplattformen, 21 Prozent über eigene Mitarbeiter, 17 Prozent über Printmedien. Soziale Netzwerke werden mit 9 Prozent ebenso wie Messen (9 Prozent) und Headhunter (10 Prozent) nur vereinzelt genutzt.

» Hier finden Sie die Ergebnisse des 3. DDIV-Branchenbarometers