DDIV Die Stimme
15.12.2016 - News

WIKR: Bundesregierung bessert nach

Seit Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März sorgte die Regelung immer wieder für Streit und Verunsicherung. Bundesjustizminister Heiko Maas kündigte im Herbst Nachbesserungen an der Richtlinie an. Nun haben sich die zuständigen Ministerien der Finanzen und der Justiz auf eine Neuausrichtung der Regeln zur Vergabe von Immobilienkrediten verständigt. Der DDIV begrüßt die Änderungsvorschläge.

Wertsteigerung durch Sanierungen sollen berücksichtigt werden

Der Gesetzentwurf sieht u. a. vor, dass künftig auch Wertsteigerungen von Immobilien in Folge von Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit berücksichtigt werden können. Auch sog. Immobilienverzehrkredite sollen aus der Richtlinie herausgenommen werden.

Das Bundeskabinett setzt sich noch in diesem Jahr mit dem Gesetzentwurf auseinander. Eine entsprechende Verordnung soll dann im ersten Quartal 2017 folgen.

DDIV begrüßt die Initiative

Der DDIV begrüßt die avisierten Änderungen und äußerte in einer Stellungnahme im November erneut seine Bedenken, dass die Wohnimmobilienkreditrichtlinie vor allem für untere Einkommensschichten oder ältere Menschen eine „Hürde″ für den Erwerb oder die Sanierung von Wohneigentum ist, da Banken sich bei der Kreditvergabe allein auf die laufende Erfüllung des Vertrages fokussieren. Der Wert des belasteten Grundstücks oder der Wohnung, der oftmals über dem Wert des Kredits liegt, wird dabei außer Acht gelassen. Der DDIV erläuterte in diesem Zusammenhang auch, dass der Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum durch untere Einkommensschichten dazu beiträgt, angespannte Wohnungsmärkte zu entlasten und die Unterversorgung bei bezahlbarem Wohnraum abzufedern. Darüber hinaus ist die selbstgenutzte Wohnung ein zunehmend wichtigerer Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Die seit März 2016 geltende WIKR erschwert jedoch vor allem unteren und mittleren Einkommensschichten in selbstgenutztes Wohneigentum zu investieren. Änderungen sind daher dringend geboten.

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