DDIV Die Stimme
17.01.2017 - News

Maklergebühren bremsen Immobilienkäufer aus

Trotz günstiger Finanzierungsbedingungen und niedriger Zinsen stagniert die Eigentumsquote bei rund 45 Prozent. Ein Grund: die hohen Erwerbsnebenkosten, insbesondere die Maklergebühr, die mit bis zu sieben Prozent des Kaufpreises zu Buche schlägt. Das IW Köln sprach sich nun für die Ausweitung des Bestellerprinzips auf den Immobilienkauf aus.

Das Problem: Nebenkosten belasten Käufer

Grunderwerbsteuer, Notargebühren, Grundbucheintrag und die Maklergebühren: die Erwerbsnebenkosten belasten Immobilienkäufer. Mit bis zu sieben Prozent fällt vor allem die Maklergebühr ins Gewicht. Hinzu kommt: die anfallenden Nebenkosten können nicht über die Baufinanzierung finanziert werden, so dass die Käufer diese Kosten aus eigener Tasche „stemmen“ müssen. Die steigenden Nebenkosten führen dazu, dass die Eigentumsquote trotz Niedrigzinsphase nicht steigt und insbesondere Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen immer seltener in den eigenen vier Wänden wohnen.

Die Lösung: „Wer bestellt, der zahlt!″

„Wer bestellt, der zahlt″: das sog. Bestellerprinzip hat sich für Mietwohnungen inzwischen bewährt. Das IW Köln schlägt daher vor, das Erfolgsmodell auch auf den Immobilienkauf auszudehnen. Dies würde Käufer maßgeblich entlasten und die Finanzierung auf sichere Beine stellen. Zudem erhöht sich auch der Wettbewerbsdruck auf die Makler, da Verkäufer die anfallenden Gebühren im Vorfeld verhandeln können. Das Ergebnis: sinkende Preise und mehr Transparenz auf dem Markt. Das Modell hat sich u. a. in den Niederlanden bereits bewährt. Dort liegt die Maklerprovision nur bei ein bis zwei Prozent des Kaufpreises.

Maas macht einen Rückzieher

Nachdem Bundesjustizminister Heiko Maas am 16. Januar am Rande des Neujahrsempfangs des Ring Deutscher Makler (RDM) Berlin-Brandenburg die Einführung des Bestellerprinzips beim Hauskauf noch ausschloss, ruderte er wenige Tage später wieder zurück. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) bedauerte der Minister nun, das die Regierungskoalitoin das Prinzip „Wer bestellt, der zahlt!″ für den Hauskauf nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen habe. Dies sei schließlich ein Grundprinzip der Marktwirtschaft. Maas ist damit wieder auf „Parteilinie″. Schließlich verankerte die SPD-Bundestagsfraktion in einem jüngst veröffentlichten Papier zur Stärkung der Rechte der Mieterinnen und Mieter auch das sog. Bestellerprinzip für den Hauskauf als wirksames Instrument, um mehr Bürger in Wohneigentum zu bringen.