DDIV Die Stimme
12.12.2014 - News

Vor-Ort-Energieberatung für WEG ausgebaut

Zum 1. März 2015 erhöht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Fördersätze für energetische Vor-Ort-Beratungen von Wohnungseigentümern und bietet zusätzliche Unterstützung für Wohnungseigentümergemeinschaften. Mit der Richtlinie will das Ministerium die Förderung der BAFA stärker an den Bedürfnissen der Praxis ausrichten.

Ab März wird die Energieberatung von Wohnungseigentümern mit 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten bezuschusst. Der beauftragte Energieberater kann – wenn dieser als Energieberater der BAFA registriert ist – einen Antrag auf Förderung stellen. Maximal werden 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten erstattet. Durch die Förderung sinken die tatsächlichen Beratungskosten für Wohnungseigentümer: denn die Berater sind verpflichtet, den Zuschuss mit ihren Beratungskosten zu verrechnen und den Kunden damit einen entsprechend ermäßigten Betrag in Rechnung zu stellen.

Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten spezielle Förderung

Zugleich rücken Wohnungseigentümergemeinschaften stärker in den Focus. Künftig werden die Kosten für einen Energieberater gefördert, wenn dieser zusätzliche Erläuterungen erstellter Konzepte in Eigentümerversammlungen oder Beiratssitzungen durchführt. Hierfür gewährt die BAFA einen Zuschuss in Höhe von 100 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch 500 Euro.

Zudem können Wohnungseigentümer künftig den Inhalt ihres Energieberatungsberichtes mitbestimmen. So kann zwischen einem Sanierungskonzept für eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einem langfristigen Sanierungsfahrplan mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen gewählt werden.

Der DDIV begrüßt die neuen Förderkonditionen und sieht diese als einen ersten Ansatz, Wohnungseigentümergemeinschaften stärker als bisher zu fördern. Allerdings weist der Spitzenverband darauf hin, dass Verwalter selbst eine wichtige Mittlerposition bei energetischen Sanierungen spielen. Sie sind es, die meist ein erstes Konzept und mögliche Finanzierungspläne erstellen, bevor sie einen Architekten, Ingenieur oder Energieberater ins Boot holen. Zudem begleiten Verwalter die meist über mehrere Jahre andauernden Prozesse von der Beschlussfassung bis zur Abnahme der Sanierungsmaßnahmen. Daher plädiert der DDIV dafür auch Verwalter in der Förderung zu berücksichtigen und „echte" Anreize zu schaffen, um Modernisierungsmaßnahmen in WEG anzustoßen und zu begleiten und den energetischen Sanierungsstau bei rund 70 Prozent aller WEG zu verringern.