DDIV Die Stimme
31.01.2017 - News

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Bundesregierung legt Gesetzentwurf zur Abwehr von Immobilienblasen vor

Die Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erhält erweiterte Befugnisse, um bei einer drohenden Immobilienblase auf dem deutschen Markt schneller einschreiten zu können. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht u.a. Mindeststandards für die Vergabe von Neukrediten vor. Der Entwurf wurde Ende Januar erstmals im Bundestag beraten und an den Finanzausschuss überwiesen.

Bereits vor Weihnachten verabschiedete das Bundeskabinett den entsprechenden Gesetzentwurf und machte so auch den Weg für eine vereinfachte Anwendung der umstrittenen Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) frei. Der » DDIV berichtete…

Werkzeuge zur Vorsorge

Die geschaffenen Instrumente sind jedoch „rein vorsorglich“ geschaffen worden und geben der Bafin im Falle einer drohenden Immobilienblase geeignete Werkzeuge für ein rasches und zielgerichtetes Handeln an die Hand, um beispielsweise Ausfallwahrscheinlichkeiten oder Verlustquoten zu reduzieren. Darüber hinaus ist es der Bafin gestattet, Freikontingente oder Bagatellgrenzen festzulegen.

WIKR: der Nebel lüftet sich

Der Gesetzentwurf beinhaltet auch eine Entschärfung der häufig kritisierten WIKR, die im März 2016 in Kraft trat. Bereits im Herbst vergangenen Jahres besserte die Bundesregierung nach und kündigte an, dass auch Wertsteigerungen in Folge von Sanierungs- oder Renovierungsmaßnahmen bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit berücksichtigt werden können. Der DDIV begrüßte diese Vorschläge, plädierte gleichzeitig aber für weitere Instrumente, um insbesondere Schwellenhaushalten den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Der neue Entwurf konkretisiert nun die Anforderungen an die Prüfung der Kreditwürdigkeit.