DDIV Die Stimme
24.02.2017 - News

Berliner Boden ist ein teures Pflaster

Berlin ist angesagt. Der starke Bevölkerungszuwachs der vergangenen Jahre schlägt sich auch auf dem Immobilien- und Grundstücksmarkt nieder. Je nach Lage verteuerte sich das Bauland in der Hauptstadt im Vergleich zu 2015 zwischen 30 und 60 Prozent. Dies geht aus der vorläufigen Auswertung der Kaufverträge des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor.

Bodenpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser ziehen an

Die Bodenrichtwerte für Bauland zur Schaffung von Ein- und Zweifamilienhäuser wurden um ca. 20 Prozent nach oben korrigiert. In einigen aufstrebenden Randbezirken, u. a. Köpenick oder Lichterfelde, ist sogar ein Anstieg bis zu 30 Prozent zu verzeichnen. Spitzenreiter ist das bürgerliche Dahlem. Dem Gutachten zufolge kostet ein Quadratmeter Bauland dort rund 2.100 Euro.

Citylagen bis zu 60 Prozent teurer

Besonders begehrt ist Bauland im politischen und kulturellen Herzen der Stadt. So ist und bleibt der Pariser Platz am Brandenburger Tor das teuerste Pflaster in Berlin. 60.000 Euro müssen Käufer für einen Quadratmeter in dieser Lage berappen. In innerstädtischen Lagen wurden die Bodenrichtwerte für den Bau von Geschosswohnungen zum Teil deutlich um mehr als 60 Prozent angehoben. In citynahen Lagen waren es rund 30 Prozent. Demgegenüber blieben die Werte für sog. Innerstädtische Kerngebietslagen wie den Potsdamer Platz nahezu unverändert.

Druck auf die Mieten steigt

Die steigenden Baulandpreise erhöhen langfristig den Druck auf die Mieten in der Stadt und führe auch dazu, dass günstiger Wohnungsbau nahezu unmöglich wird – so die Befürchtung des Berliner Mietervereins. Bausenatorin Katrin Lompscher (DIE LINKE) nahm die aktuellen Zahlen daher erneut zum Anlass und kündigte an, weitere Gebiete in der Stadt unter Milieuschutz zu stellen, damit auch angestammte Mieter mit geringerem Einkommen in ihren Kiezen verbleiben können. In der Hauptstadt gibt es derzeit 33 dieser Erhaltungsgebiete.