DDIV Die Stimme
01.03.2017 - News

6,4 Quadratmeter: Wohnen auf dem Dach

Wohnen in der Stadt ist teuer. Findige Architekten setzen nun auf ein neues Modell zur Schaffung von Wohnraum: tiny Houses (zu Deutsch: winzige Häuser) auf den Dächern sollen das Wohnraumproblem in urbanen Räumen lösen.

Leben auf 6,4 Quadratmetern

Das 6,4 Quadratmeter große Mini-Apartment bietet seinen Bewohnern, alles, was es zum Wohnen braucht: Bett, Küche, Dusche und Sofa. Zwar verschachtelt und gestapelt, aber dennoch wohnlich und gemütlich. Derzeit sucht die Architektengruppe nach dem passenden Dach und möchte mehrere dieser Kleinstwohnungen für nur 100 Euro im Monat vermieten – vor allem an Personen, die sich das Wohnen in der Stadt sonst nicht leisten könnten.

Deutsche Dächer bieten Platz für 1,5 Millionen Wohnungen 

Allzu abwegig ist die Idee, Wohnraum auf Dachflächen zu schaffen allerdings nicht. Die Hausdächer deutscher Großstädte sind bisher ein sehr wenig genutzte Ressource. Der ehemalige Berliner Bausenator Andreas Geisel schätzte im vergangenen Jahr, das allein auf den Dächern Berlins rund 50.000 neue Wohnungen entstehen könnten. Die Uni Darmstadt untersuchte das „Dachpotential“ der ganzen Bundesrepublik. Das Ergebnis: die Hausdächer bieten Platz für mehr als 1,5 Millionen Wohneinheiten. Aus statischen Gründen kann auf viele dieser Dachflächen kein komplettes Geschoss errichtet werden. Hier sehen die tiny House-Entwicklung Potential für ihre Entwicklung. Denn die kleinen Apartments sind wesentlich leichter. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn die in Dächer müssten auch Fluchtwege und entsprechende Anschlüsse für Wasser, Strom oder Abwasser bereitstellen können.