DDIV Die Stimme
24.04.2017 - News

Zu wenig Bauland bremst Neubautätigkeit

Zu wenig und zu langsam: so das einhellige Urteil zur Entwicklung der Wohnungsbautätigkeit in Städten. Das Bundesbauministerium (BMUB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) legten in einer aktuellen Studie dar, warum die Neubautätigkeit so hinterher hinkt. Ein Ergebnis: der Wettbewerb um knappes Bauland und die daran gekoppelten Preissteigerungen bremsen den Bau bezahlbarer Wohnungen erheblich.

Vielfältige Ursachen 

Demnach sehen sich Investoren einer Vielzahl von „Bremsklötzen” gegenüber. So verzögern komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren, knappe Personalressourcen in den zuständigen Verwaltungsbehörden oder auch nachbarschaftliche Widerstände gegenüber Neubauplanungen den Bau von bezahlbaren Wohnungen. Auch Engpässe in den Planungsbüros und Bauunternehmen verhindern zeitnahe Fertigstellungen.

Fokus auf das Umland richten

Die Politik hat das Problem erkannt und verabschiedete Anfang April die neue Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet” (der » DDIV berichtete...), die es ermöglicht, in Städten dichter zu bauen und freie Flächen zu nutzen. Nach Ansicht der vom BMUB und BBSR beauftragten Forscher des Instituts Quaestio Forschung & Beratung ist dies jedoch deutlich zu wenig. Sie schlagen angesichts des anhaltenden Zuzugs in die Metropolen weitere „Maßnahmen zur Außenentwicklung” vor, die auch das Umland in das Blickfeld rücken. Dies müsse sich jedoch auch in der Siedlungs- und Verkehrsplanung der Städte widerspiegeln, damit Außenbezirke gut erreichbar sind.

Über die Studie

Das Bonner Forschungsinstitut Quaestio Forschung & Beratung untersuchte für die Studie die Neubautätigkeit in den fünf deutschen Großstädten Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg und Nürnberg. Sie resümieren, dass neuer Wohnraum vor allem im mittleren und höheren Preissegment realisiert wurde. Bezahlbare Wohnungen wurden im freifinanzierten Wohnungsbau auf Grund der hohen Grundstückspreise allerdings nur selten errichtet.

Die Studie kann kostenfrei per E-Mail beim BBSR angefordert werden: » forschung.wohnen@bbr.bund.de oder auf den Webseiten des BBSR heruntergeladen werden: » www.bbsr.bund.de.