DDIV Die Stimme
18.05.2017 - News

Förderstrategie Energieeffizienz: Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz

Das Fernziel ist hinlänglich bekannt: Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf um 50 Prozent gesenkt werden. Doch der Weg dorthin ist weit. Bis Ende 2015 wurde der Verbrauch nur um 7,5 Prozent verringert – zu wenig, um das Einsparziel von 20 Prozent bis 2020 zu erreichen. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) setzt mit der neuen „Förderstrategie Energieeffizienz” auf gebündelte und vor allem unbürokratische Förderung.

Mehr Anreize und weniger Bürokratie

Die neue Strategie umfasst künftig vier Fördercluster vom privaten Haushalt bis hin zur Industrie und soll wirksamere Anreize für Energiesparmaßnahmen eröffnen. Damit weder Wohnungs- oder Haueigentümer noch die Wirtschaft hierbei auf der Strecke bleiben, wird die Förderung unbürokratisch, zielgruppengerecht und transparent ausgerichtet. So sollen Förderbausteine künftig modular kombinierbar sein und auch die Energieberatung eine inhaltliche Erweiterung erfahren. Ein erster Schritt dazu ist auch der kürzlich verabschiedete Sanierungsfahrplan, der nun in die Energieberaterleistung einfließt.

„Weniger ist mehr!”, heißt es auch bei der bisherigen Förderlandschaft. Um bürokratische Hemmnisse abzubauen und mehr Transparenz zu schaffen, werden die KfW-Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren” und das „Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt” zusammengeführt. Die Handlungsempfehlungen sehen darüber hinaus vor, die weitere Unterstützung von Wärmeerzeugern, die auf fossilen Energien beruhen, auslaufen zu lassen.

DDIV: Klimaschutz geht alle an

Der DDIV begrüßt das ganzheitliche Förderkonzept des Wirtschaftsministeriums, sieht aber dennoch Nachbesserungsbedarf. „Der Klimaschutz geht uns alle an: Vom Wohnungseigentümer bis zum Großkonzern. Daher ist es umso bedauerlicher, dass die neue Förderstrategie nicht gemeinsam mit dem Umwelt- und auch Verkehrsministerium erarbeitet wurde. Nur so können bestehende Strategien auf den Prüfstand gestellt und wirksam im Sinne der Sektorkopplung zusammengeführt werden”, kommentiert DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. Darüber hinaus mahnt der DDIV an, dass auch das enorme Energieeinsparpotential von Wohnungseigentumsgemeinschaften (WEG) nicht aus dem Blickfeld geraten sollte. „Der alleinige Blick auf den Eigenheimbesitzer ist deutlich zu eng gefasst. Die Energiewende kann nur unter Einbeziehung der 1,8 Millionen WEG gelingen”, schließt Kaßler.

Die „Förderstrategie Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien” steht kostenfrei auf den » Internetseiten des Bundeswirtschaftsministeriums zur Verfügung.