DDIV Die Stimme
16.08.2017

Expertenmeinung: Trinkwasserprüfung ist wirkungslos

Eine halbe Milliarde Euro jährlich werden in Deutschland für die in der Trinkwasserverordnung vorgeschriebene Beprobung und Analyse von Leitungen aufwendet. Geld, das aus Sicht der Hygienespezialistin Elisabeth Meyer von der Charité Berlin woanders besser angelegt wäre. Trotz teurer Analysen erkranken jährlich immer mehr Menschen an einer Legionelleninfektion. Grund hierfür sind allerdings nicht die Wasserleitungen.

„Die gesetzlichen Vorgaben haben nichts bewirkt”, so die Expertin und fordert die Politik auf, die Trinkwasserprüfung abzuschaffen. Im Schnitt erkranken 1,2 Menschen pro 100.000 Einwohner an einer Legionelleninfektion. Bis zu 15 Prozent der Patienten sterben an der sog. „Legionärskrankheit”. Für die Medizinerin sind hierfür jedoch nicht die Wasserleitungen ursächlich, sondern die aus Abwässern oder Oberflächengewässern erzeugte Aerosole – ein Gemisch aus festen und/oder flüssigen Schwebeteilchen und Luft.