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27.01.2015 - News

Strukturschwache Regionen leiden unter Wohnungsüberschuss: Bis zu 5 Millionen leere Wohnungen bis 2030 erwartet

Für Eigentümer werden Wohnungsleerstände künftig in immer mehr Regionen in Deutschland zum Problem. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Das Institut warnt davor, dass sich bis 2030 ein bundesweiter Wohnungsüberschuss von 3,3 bis 4,6 Millionen Wohnungen aufbauen könnte. Um dies zu verhindern, müssten Bestandswohnungen der Nachfrage entsprechend saniert oder nicht mehr sinnvoll nutzbare Gebäude abgerissen werden.

Laut BBSR standen 2011 deutschlandweit rund 1,7 Millionen Wohnungen leer. Besonders betroffen sind Regionen, in denen die Bevölkerungszahl stark zurückgeht. Rund 41 Prozent der Bevölkerung leben derzeit in diesen schrumpfenden Kreisen.

Für die Entwicklung künftiger Wohnungsüberhänge wurden Daten des Zensus, die Bevölkerungsprognose des BBSR und Prognosen zu den Haushalten und der Wohnungsnachfrage analysiert. Danach wird sich die Kluft zwischen den regionalen Wohnungsmärkten weiter verstärken. In den Räumen mit Bevölkerungsrückgang werden den Szenarien zufolge ohne Abriss und Bestandsmaßnahmen 12 bis 17 Prozent der Wohnungen leer stehen. In Wachstumsregionen wird die anhaltend hohe Nachfrage diese Wohnungsüberhangquote auf einem niedrigen Niveau um 4 Prozent halten.

Die Nachfrage in den Metropolregionen bleibt weiterhin konstant hoch, weshalb dort der Neubau verstärkt gefördert werden sollte. In ländlicheren, wirtschaftlich schwächeren Regionen hingegen sollte sich die Immobilienwirtschaft auf die Aufwertung der Beständen zu konzentrieren, so das BBSR.