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11.02.2015 - News

Grunderwerbssteuer: Seit 2006 bundesweites Plus von 37,7 Prozent

Zu Beginn des Jahres haben gleich zwei Bundesländer die Grunderwerbsteuer erhöht. Nach NRW und dem Saarland wird aber auch das Land Brandenburg im Sommer die Steuer auf 6,5 Prozent anheben.. Die Mehreinnahmen sollen in Bildung und Infrastruktur investieren werden. Wie sehr die Länder seit der Föderalismusreform 2006 von den Steuereinnahmen profitieren, hat nun eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages ergeben. Demnach ist ein aus der Grunderwerbsteuer resultierendes Plus von 37,7 Prozent zu verzeichnen. Das daraus resultierende Steueraufkommen ist zwischen den Jahren 2006 und 2013 von 6,1 Mrd. Euro auf 8,4 Mrd. Euro gestiegen.

Damit ist die Grunderwerbsteuer eine verlässliche Einnahmequelle. Hatten potentielle Haus- und Wohnungskäufer mit der Föderalismusreform auf einen stärkeren Wettbewerb der Länder und damit auf den Kauf günstigen Eigentums gehofft, konnte dies die Entwicklung der vergangenen Jahre nicht bestätigen. Galt damals ein länderübergreifender Satz von 3,5 Prozent, erhöhten gerade finanzschwache Länder wie beispielsweise Berlin die Steuer rasch. Dem sind die meisten Bundesländer gefolgt. Lediglich Sachsen und Bayern sind auf dem damaligen Stand geblieben. Die Grunderwerbsteuer ist zur ertragsreichsten Landessteuer und damit länderübergreifend zum probaten Mittel für die Haushaltskonsolidierung geworden.

Aktueller Stand der Grunderwerbsteuer nach Bundesländern:



Schleswig-Holstein 6,5%
Saarland* 6,5%
Nordrhein-Westfalen 6,5%
Berlin 6,0%
Hessen 6,0%
Sachsen-Anhalt 5,0%
Bremen 5,0%
Thüringen 5,0%
Niedersachsen 5,0%
Mecklenburg-Vorpommern 5,0%
Rheinland-Pfalz 5,0%
Baden-Württemberg 5,0%
Brandenburg* 5,0%
Hamburg 4,5%
Bayern 3,5%
Sachsen 3,5%

*ab Sommer 2015 6,5%