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10.02.2015 - News

BMWi: Einbau von Smart Meter doch nicht verpflichtend für jeden Haushalt

Der Einbau ist zu teuer und lohnt sich noch nicht für den Durchschnittsverbraucher

Am9. Februar veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sieben Eckpunkte für das „Verordnungspaket Intelligente Netze". Als „Baustein für die Energiewende" gedacht, sieht es die Umsetzung der verbindlichen Vorgabe des Koalitionsvertrages für den Einsatz intelligenter Messsysteme vor.
Überraschend wird in diesem Eckpunktepapier verkündet, dass der Einbau der intelligenten Stromzähler, so genannte smart meter nicht mehr wie ursprünglich geplant für alle Wohnungen verpflichtend sein soll. Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse des BMWi. Der zufolge ist eine Einbaupflicht für alle Haushalte gesamtwirtschaftlich nicht erforderlich und würde zu einer unzumutbaren Kostenbelastung bei Klein- und Durchschnittsverbrauchern führen.


Durch eine klare Kostenregulierung soll sichergestellt werden, dass die Kosten den erwarteten Nutzen individuell nicht übersteigen. Daher sollen smart meter nur dort eingebaut werden, wo sie tatsächlich zu Kosteneinsparungen führen. Haushalte, die nicht mehr als 6.00kWh Strom im Jahr verbrauchen, sind von der Einbaupflicht befreit.


Intelligente Messsysteme sollen ein Baustein sein für die weitere Marktintegration erneuerbarer Energien. Über die Kommunikationseinheit eines Intelligenten Messsystems („Smart Meter Gateway") können Kleinerzeugungsanlagen, Elektromobile, Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen an ein intelligentes Energienetz angebunden werden. Netzbetreiber und Direktvermarkter sind dann in der Lage, erneuerbare Anlagen so zu steuern, dass sowohl die Systemsicherheit als auch für die effiziente Vermarktung des Stroms gewährleistet ist. Auch für Verbraucher bieten smart meter einen zusätzlichen Nutzen: sie können ihren Energieverbrauch visualisieren und eine Anpassung des Verbrauchsverhaltens anregen. Zukunftsweisend eröffnen die intelligenten Messsysteme und Zähler zudem neue Optionen für sog. Smart Home-Applikationen.


Die veröffentlichten Eckpunkte bilden die Basis für Verordnungsentwürfe, die das BMWi in einem nächsten Schritt vorlegen möchte. Ziel ist eine Kabinettbefassung vor der Sommerpause 2015.