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11.07.2018 - News

Jean Molitor: bau1haus – die Moderne in der Welt

Für den Berliner Fotografen Jean Molitor ist Bauhaus mehr als nur ein Stil in Architektur und Design. Es ist eine Leidenschaft, der er rund um die Welt folgt. 2009 begann er sein Projekt bau1haus im Herzen Afrikas, in Burundis Hauptstadt Bujumbura, es folgten ausdrucksstarke Fotografien aus dutzenden Ländern in Europa, Asien und Lateinamerika. „Ich verstehe meine Arbeit als Wettlauf gegen die Zeit”, beschreibt es der Fotograf. Denn klimabedingter Zerfall und investitionsbedingter Abriss bedrohen vielerorts die Architektur. Mit seinem Projekt kann er die Bedrohung nicht verhindern, aber die Gebäude durch die fotografische Dokumentation vor dem Vergessen retten.

Bislang hat er in über 30 Ländern Wohnanlagen, Kinos, Schulen, Siedlungen, Theater, Villen, Krankenhäuser, Tankstellen und Industriebauten recherchiert und fotografiert. Die Bauten findet Molitor in geschäftigen Metropolen, wo sie unbeachtet umtost vom Straßenverkehr stehen, ebenso wie fernab der Zivilisation, vergessen im Dschungel. Für den richtigen Blickwinkel begibt sich der Fotograf auf abenteuerliche Verkehrswege und brisante Kletterpartien, auf die Fahrt durch unsichere Länder wie den Kongo, Guatemala oder Afghanistan.

Molitor will mit bau1haus die Schönheit des Bauens dieser Epoche verdeutlichen. Seine Bilder zeigen die Ästhetik der klaren Linien, der geschwungenen Gebäudefronten und gläsernen Ecken, der Flachdächer und großzügigen Verglasungen, der selbstbewusst verwendeten modernen Materialien – alles, was den Begriff Bauhaus ausmacht. Der Fotoband „bau1haus – die Moderne in der Welt“ lädt ein zu einer Reise durch Zeit und Raum und zeigt, wie wirkmächtig das Bauhaus und ähnliche Strömungen rund um den Globus waren – und zum Teil bis heute sind.

Jean Molitor: bau1haus – die moderne in der welt, Hrsg. Nadine Barth, Hatje Cantz Verlag, 2018, 160 S., 100 Abb., 40,00 €, ISBN 978-3-7757-4468-3